ODL: Inclusive

März 15, 2019

Eine struktur- und niveaubezogene Annäherung an ein humanwissenschaftliches Verständnis von Integration / Inclusion in Feldern des Erwerbs pädagogischer Basisqualifikationen

[Ich verweise interessierte Leserinnen auf Anmerkungen und Links aus heutiger Perspektive zu Ende des nachfolgenden Textes.]

Das SOCRATES II Minerva Projekt ODL: INCLUSIVE stellt sich die Aufgabe, eine grundlegende Befassung mit Fragen der Integration/Inklusion mittels einer hoch individualisierten Weise international vernetzten Lernens zu ermöglichen, ohne die Komplexität des Gegenstandes unzulässig zu reduzieren und seine Differenziertheit zu trivialisieren.

Ziel ist dabei

  • allgemein, Menschen mit besonderem Interesse den Gegenstand der Integration / Inclusion zugänglich zu machen und
  • speziell Personen mit Studieninteressen oder solchen, die sich in einer pädagogischen Aus-bildung bzw. in einem Studium (Lehramt oder Diplom der Erziehungswissenschaften) befindenden, zu ermöglichen, sich Integration / Inclusion in der erforderlichen Weise und im Sinne der INTEGER – Principles aneignen zu können. Dies auch als Voraussetzung, im modularen System von INTEGER adäquat studieren zu können.

Das struktur- und niveaubezogene Konzept
von ODL: INCLUSIVE

Grundüberlegungen, auf denen das Konzept basiert, sind zur aktuellen Situation der Entwicklung einer integrativ potenten Allgemeinen Pädagogik, folgende Momente:

  • Integration / Inclusion beschreibt heute ein plural gegliedertes, sehr heterogenes Feld an theoretischen Auffassungen und praktischen Realisierungen der Integration,
  • die prinzipiell einer historisch-entwicklungsbezogenen wie fachwissenschaftlich begründbaren Analyse und Einschätzung hinsichtlich eines zu bestimmten Ist- und Soll-Zustandes für die Weiterentwicklung der Integration / Inclusion zugänglich sind.
  • Eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung hätte Studierende sowohl in diese komplexe Materie einzuführen, sie in dieser zu orientieren, sowie ausbildungsmäßig die entsprechenden erkenntnistheoretischen Instrumentarien und (Forschungs-) Methoden zu vermitteln, um von der Ebene einer vordergründigen Betrachtung der Sachverhalte zu einer logischen Analyse zu kommen und – aufbauend auf dieser – die Weiterentwicklung von Integration / Inclusion ziel- und prozeßorientiert im fachlichen Diskurs kompetent planen, durchführen und evaluieren zu können.

Um dieses im Rahmen von ODL: INCLUSIVE adäquat leisten zu können, gilt es vor allem zwei Aspekte zu beachten:

  • Dem Gegenstand ist allein schon aus der historisch-logischen Sicht seiner Entwicklung heraus eine immanente Logik zugehörig, wie diese auch den einzelnen Momenten, die Integration / Inclusion konstituieren, eigen ist. Dies immanente Logik enthebt die Lehre einer gerade auch in pädagogischen Ausbildungsfeldern oft propagierten Beliebigkeit der Behandlung des Gegenstandes.
  • Bezogen auf die Aneignungsebene des gesamten Komplexes sowie seiner ihn konstituierenden Momente bedeutet das aber nicht, daß es nur einen linearen Weg des lernenden Umgangs mit dem Gegenstand geben könne – im Gegenteil: Auf der Basis einer adäquaten wissenschaftlichen Entfaltung des Gegenstandes werden die vielfältig verwobenen Momente des gesamten Komplexes transparent und können so zur Grundlage eines sehr diversifizierten, diskursiv-vernetzten Lernangebotes werden, wie es gerade durch ein ODL-Projekt besonders adäquat realisiert werden kann.

Die nachfolgenden Ausführungen orientieren sich am ersten benannten Sachverhalt und versuchen,

  • unter Berücksichtigung einer heute möglichen fachwissenschaftlichen Analyse des Gegenstandes vor allem jene Parameter und Kategorien herauszuarbeiten, die für den Gegenstand konstitutiv sind,
  • auf die fachgeschichtlichen Aspekte zu verweisen, die für ein Verständnis der Zusammenhänge wesentlich sind, in denen der Gegenstand steht und zu betrachten ist,
  • auf die erkenntnistheoretischen Instrumentarien zu orientieren, die für eine heute mögliche wissenschaftliche Sichtweise des Gegenstandes eine hinreichende Erklärungskompetenz haben und
  • auf solche basalen Methoden geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung zu verweisen, deren Aneignung durch Studierende unverzichtbar erscheint, um von einer phänomenologischen Ebene der Beschreibung zu Erkenntnissen zu kommen, die, wie schon angedeutet, den Gegenstand nicht nur skizzieren, sondern erklären.

Für die Auszubildenden sind dabei auf einer allgemeinen Ebene folgende Ziele verbunden:

  • Befähigung zu einer fachwissenschaftlich qualifizierten Bestimmung von Integration / Inclusion in bezug auf eine nicht ausgrenzende Allgemeine Pädagogik,
  • Ausbildung von Fertigkeiten, fachbezogene Sachverhalte adäquat beschreiben, beobachten, kategorisieren, darstellen, analysieren und auswerten zu können,
  • Gewinnen von Erkenntnissen in bezug auf die sozialen und individuellen Hintergründe und Wirkmechanismen beeinträchtigter Entwicklung,
  • Befähigung, selbstreflexiv und diskursiv mit Fragen und dem Zusammenhang von Welt-, Menschen-, Behinderungsbild und Pädagogik umzugehen,
  • Entfaltung einer fach- und gegenstandsbezogenen Diskursfähigkeit.

Siehe ferner zu ODL: Inclusive die Darstellung von David Wohlhart von der Pädagogischen Akademie der Diözese Graz-Seckau – LINK

Eine Erklärung aus gegenwärtiger Perspektive:

Die von mir erarbeitete Konzeption dieses Projekts hätte hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Konzeption und deren dialektischen Einheit von zu Grunde liegender Theoriebildung und praktischer Umsetzung das intendierte Ziel eines eLearning-Programms in Sachen Integration/Inklusion bzw. eines Lehrbuches zum Selbststudium gehabt – und, so meine Auffassung, das hat sie heute noch. Die Laufzeit des Projektes war dazu in Anbetracht der totalen Arbeitsüberlastung im Rahmen meiner Tätigkeit an der Universität Bremen ohne jede personale oder finanzielle Unterstützung zu kurz, um die Ausarbeitungen so schnell und so weit voran zu treiben, dass sie noch in der Projektlaufzeit hätte technologisch abgeschlossen werden können. eLearning-Plattformen hatten damals auch die Möglichkeiten, die heute zur Verfügung stehen, noch nicht. Ohne die vielen, letztlich zusammenwirkenden Faktoren zu benennen, die es nicht zu einem Abschluss haben kommen lassen, der die Implementierung ermöglicht hätte, zumal auch die am Projekt beteiligten Hochschulen oder Universitäten nicht die Möglichkeiten gehabt haben, das Programm zu etablieren, technisch zu verwalten und die inhaltliche Arbeit der damit Lernenden zu betreuen, ist es nur sporadisch  durch die Kollegen David Wohlhart (Päd. Ak. Graz-Seckau) und Peter Rödler (Universität Koblenz-Landau) zu evaluierenden Einsätzen in deren Lehr gekommen.

Ich bedauere es außerordentlich, die Umsetzung meiner Konzeption in eine programmierbare Form nicht geschafft zu haben; ein bis heute schmerzendes Defizit meiner Tätigkeit, zumal nun festzustellen ist, dass die alten Dateien auf den heute üblichen Programmen nicht mehr zuverlässig bzw. gar nicht mehr zu bearbeiten sind.

Einen Einblick möchte ich Ihnen aber geben:

  • In das Original der Konzeption (die grafischen Darstellungen im Text sind heute weiterentwickelt): Weiter >>
  • In ein Blatt zur formalen Umsetzung: Weiter >>
  • In ein kleines Beispiel der Ausarbeitung: Weiter >>