Neu erschienen …

November 9, 2021

Hinweise auf neue Publikationen:

Feuser, G. (2021): Inklusion und Waldorfpädagogik. Eine allgemeindidaktische Perspektive
In: Bildung und Erziehung. Themenheft: “Inklusion. Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft im Gespräch”, Hrsg.: Matthes, E. & Benecke J., 74, 4, S. 383-397

Der Beitrag reflektiert das Verhältnis der aus der UN-BRK für die Realisierung der Inklusion in pädagogischen Feldern sich ergebenden Erfordernisse einer Schule für alle mit der Theoriebildung und Praxis der Waldorfschule. Orientiert wird auf die sich von frühester Kindheit an in kommunikationsbasierten Kooperationen realisierende, lebenslange menschliche Persönlichkeitsentwicklung, die immer einen Gemeinsamen Gegenstand hat. Diese Prozesse sind, vom Subjekt ausgehend, in entsprechende pädagogische und didaktische Dimensionen des Unterrichts zu transformieren. Die Freie Waldorfschule hält viele dazu erforderliche Rahmenbedingungen vor, die aber nicht automatisch zu einem als inklusiv zu bezeichnenden Unterricht führen. Es bedarf der kritischen Auseinandersetzung mit der Anthroposophie und der Annahme des heute in den Humanwissenschaften vorliegenden Erkenntnisniveaus.

 *         *        *

Feuser, G. (2021): Inklusion auf Hochschulebene.: Begründungszusammenhänge
In: Labhart, D., Müller Bösch, C. & Gubler, M. (Hrsg.) (2021): écolsiv – Schule inklusiv. Ein Hochschulprogramm inklusiver Bildung. Bern: Edition Stiftung Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik (SZH), S. 27-43

In diesem Beitrag geht es um die Frage der Öffnung der tertiären Bildung für Menschen mit Beeinträchtigungen in den Bereichen des Lernens und der geistigen Entwicklung. Dieser Personenkreis soll eine tätigkeits- und berufsspezifische Qualifikation erhalten mit dem Ziel, in Kindergärten und Schulen arbeiten zu können. Der Weg zur Qualifikation soll aber nicht über eine
Sonderausbildung führen, sondern integriert sein in die bestehende und entsprechend zu transformierende Lehrerinnen- und Lehrerausbildung an Hochschulen und Universitäten im Sinne der Inklusion.

Die Bezugsebene für diesen Beitrag und das Buch von Labhart, Bösch & Gubler, das dieser Beitrag nach einer Einführung und Verortung des Projekts “écolsiv – Schule inklusic” einleitet, ist ein Bericht über die Grundlagen und Erfahrungen des Institut Unterstrass an der Pädagogischen Hochschule Zürich über die bisher vorliegenden Erfahrungen des Studiums von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, denen der Zugang zur Hochschule ermöglicht wurde, die zusammen mit ihren regulär das Lehramt studierenden Kommilitoninnen und Kommilitonen studieren und auf eine ihren Berufswünschen entsprechende Tätigkeit im schulischen Kontext vorbereitet werden.

Das Buch orientiert umfassend über dieses Projekt einer inklusiv arbeitenden Hochschule und das – es sei hier besonders betont – mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und nicht (nur) mit solchen, die dem Lehrangebot und den Studienanforderungen aufgrund anderer Beeinträchtigungen vollumfänglich folgen können.

Informationen über das Projekt écolsiv (der Begriff vereint école/Schule und inklusiv), u.a. auch filmische Einblicke, finden Sie auch im Netz.

Link zum Projekt “écolsiv”: Weiter >>

*        *       *

Feuser, G. (2021): Vom Gebrauch der Wissenschaft für Inklusion in pädagogischen Feldern der Exklusion
In: Zeitschrift für Inklusion-online.net / Ausgabe 2-2021 unter
https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/index
Volltext des Beitrags:
https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/630/444

Abstract: Der Beitrag reflektiert die Frage des Verhältnisses von Fachunterricht und Inklusion, u.a. auch Fragen der Individualisierung und inneren Differenzierung. Dabei wird diskutiert, inwieweit empirische Studien, deren Beobachtungen und Erhebungen in Feldern des selektierend-ausgrenzenden und segregierenden Schulsystems bzw. dort unter Aspekten einer »selektierenden Inklusion« generiert werden, hinsichtlich der Frage eines inklusiven Unterrichts bzw. der Transformation dieses Schulsystems in ein inklusives diesbezüglich relevant und valide sein können. Es wird verdeutlich, dass hinreichend Gründe bestehen, dass der Fachunterricht, dem weitgehend alleine zugeschrieben wird, eine fachliche Bildung realisieren zu können, hinsichtlich seiner Annahmen zur Inklusion äußerst begrenzt ist und nur in reduzierter Weise eine subjektwissenschaftlich fundierte Pädagogik realisieren kann. Eine erforderliche entwicklungslogische Didaktik mit der Möglichkeit entwicklungsniveaubezogener innerer Differenzierung rückt den Projektunterricht in den Fokus.

Link zum Volltext des Beitrag: Weiter >>

*         *        *

Eine kurze Darstellung des Komplexes der “Entwicklungslogischen Didaktik” mit Verweisen auf ergänzende Literatur finden Sie in folgendem Buchbeitrag:

Feuser, G. (2021): Entwicklungslogische Didaktik – Eine conditio sine qua non einer humanen und demokratischen Schule ohne Ausgrenzung
In: Resch, K. et al. (Hrsg.): Inklusive Schule und Schulentwicklung. Theoretische Grundlagen, Empirische Befunde und Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Münster/New York: Waxmann Verlag, S. 207-214

*        *        *

Wolfgang Jantzen wäre am 04. Mai d.J. 80 Jahre alt geworden. Es war ihm nicht mehr vergönnt, diesen Geburtstag, der sicher mit viel Ehrungen für sein umfangreiches und vielschichtiges wissenschaftliches Werk und sein fachliches wie politisches Wirken verbunden gewesen wäre, feiern zu können. So bleibt nur, auf dieses arbeitsreiche Leben zurück zu schauen, das mit vielen Belastungen, Ausgrenzungen und Diskreditierungen verbunden war, aber vor allem mit Bezug auf die Theorie der Kulturhistorischen Schule die Grundlegung der “Behindertenpädagogk” als Subjektwissenschaft hervorgebracht hat – und das in deutlicher Überwindung der beeinträchtigtes menschliches Leben biologisierenden und naturalisierenden kategorialen Heil- und Sonderpädagogik. Der Blick auf sein Schaffen und Werk bleibt allerdings ein bescheidener, als wäre es ein Blick durch ein Schlüsselloch in einen großen Raum.

 *         *          *

Feuser, G. (2021): Wolfgang Jantzen.
In: Z. Behindertenpädagogik, 60, 1, S. 11-19

In einer leicht gekürzten Fassung ist diese Würdigung auch in der Zeitschrift 233 vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik. Heft 1/2021, auf den Seiten 146-152 erschienen.

*     *     *

Eine komprimierte Information zu zentralen Aspekten der von mit entwickelten Basis-Therapie SDKHT ermöglicht Ihnen folgender Artikel:

Feuser, G. (2021): zur Konzeption und Praxis der Substituierend Dialogisch-Kooperativen Handlungs-Therapie
In: Die Zeitschrift für Psychiatrische Pflege heute (PPH) 27. Jg., Heft 2, S. 70-75

Weitere Publikationen zur dieser Konzeption finden Sie unter Downloads.

*     *     *

Im Herbst 2019 ist das Buch erschienen:
“Das Mögliche, das im Wirklichen (noch) nicht sichtbar ist …” Planung von Unterricht für heterogene Lerngruppen – im Gespräch mit Georg Feuser
Herausgeberinnen und Herausgeber [HuH] sind: Anja Behrendt, Franziska Heyden und Thomas Häcker (Universität Rostock). Düren: Shaker-Verlag 2019

Hintergrund dieses Buches ist eine Fachtagung, die im Mai 2017 innerhalb des Projektbereiches Fach- und allgemeindidaktische Gestaltung von inklusiven Lern-Lehr-Prozessen des BMBF-Projektes Lehren in M-V (Qualitätsoffensive Lehrerbildung) unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Häcker an der Universität Rostock stattgefunden hat. Dies im Rahmen einer sehr breit angelegten Befassung mit der von mir entwickelten “Entwicklungslogischen Didaktik” als Realisierung einer nicht ausgrenzenden, mithin inklusiven “Allgemeinen Pädagogik” – bezogen auf die Fächer Biologie, Chemie, Latein, Deutsch und Englisch. Die darauf bezogenen Tagungsbeiträge verdeutlichen die Versuche, die seit den 1970er Jahren in der Pädagogik verstärkt herausgebildeten Brüche zwischen Fachdidaktik und allgemeiner Didaktik konstruktiv zu überwinden und konzeptionell auf neu zu gewinnenden Reflexionsebenen zu vereinheitlichen. Dies unter dem Leitgedanken, dass Fachunterricht, vor allem auch auf der gymnasialen Ebene, nicht per se und zwangsläufig Schülerinnen und Schüler ausgrenzend sein muss. Das gerahmt durch eine Abhandlung von Anja Behrendt zur Frage nach der Einheit des Menschen als Kern der Debatte um schulische Inklusion und der Betrachtung des meiner “Allgemeinen Pädagogik” zugrunde liegenden Menschenbildes vor dem Hintergrund platonisch-aristotelischer Erkenntnistheorie.
Link zum Verlag: Weiter >>

Meine Beiträge zu diesem Band sind :

Feuser, G. (2019): Lernen durch Koopertion am Gemeinsamen Gegenstand.
In: Behrendt, A., Heyden, F & Häcker, T. (Hrsg.): “Das Mögliche, das im Wirklichen (noch) nicht sichtbar ist. Düren: Shaker-Verlag, S. 5-30
und das mit mir geführte
Interview mit Georg Feuser
In: Behrendt, A., Heyden, F. & Häcker, T. (Hrsg.): “Das Mögliche, das im Wirklichen (noch) nicht sichtbar ist. Düren: Shaker-Verlag, S. 135-195

Das Interview greift zentrale Fragen aus den bei der Fachtagung geführten Gesprächen auf und kann möglicherweise darin hilfreich sein, die Komplexität vor allem der “Entwicklungslogischen Didaktik” transparent zu machen und dazu beitragen, viele Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu korrigieren.

Es ist mir ein besonderes Anliegen, den VeranstalterInnen der Tagung und HerausgeberInnen dieses Tagungsbandes, für das Interesse an meinen Arbeiten und für die fundierte, sachbezogene und menschlich würdige Weise der gemeinsamen Arbeit an diesen Fragen zu danken.

*     *     *

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage des Zusammenhangs von Inklusion und Nachhaltigkeit, mit der in den Diskursen nicht nur im Feld der Pädagogik zwei sehr diffuse Begriffe aufeinander stoßen, die aber dennoch im Interesse der Sache zu analysieren und konstruktiv zu konfigurieren sind, finden Sie in:

Feuser, G. (2018): Inklusion und Nachhaltigkeit: Ein kritisch-konstruktiver Diskurs zu Begrifflichkeiten und deren Geltungsansprüchen in der Pädagogik. In: Bartosch, R. & Köpfer, A. (Hrsg.): Inklusion und Nachhaltigkeit. Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier, S. 55-74

*     *    *

Grundlegende Arbeiten zur Entwicklung der Integration/Inklusion und der von mir entwickelten Allgemeinen Pädagogik und entwicklungslogischen Didaktik aus den 1980er Jahren finden sie in:

Feuser, G. (2018): Wider die Integration der Inklusion in die Segregation. Zur Grundlegung einer Allgemeinen Pädagogik und entwicklungslogischen Didaktik. Berlin: Peter Lang Verlag

Die in ihrer originalen Version in den Band übernommenen Beiträge sind aus aktueller Sicht und zum besseren Verständnis der Ausführungen mittels Fußnoten kommentiert. Ihnen geht ein aktueller Referenzbeitrag (S. 21-41) und eine Orientierung zur Zeitgeschichte (S. 41-71) voraus und kritische Reflexionen aus heutiger Perspektive der Entwicklung der Integration/Inklusion (S. 313-330) schließen den Band ab. Siehe Download

*     *     *

Eine kritische Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte der Entwicklung der “Inklusion” im Bereich der institutionalisierten Erziehung und Bildung der Autoren Georg Feuser, Erich Otto Graf, Wolfgang Jantzen, Willehad Lanwer, Erwin Reichmann-Rohr, Peter Rödler und der Autorin Anne Stein finden Sie in:

Feuser, G. (Hrsg.) (2017): Inklusion – ein leeres Versprechen? Zum Verkommen eines Gesellschaftsprojekts. Gießen: Psychosozial-Verlag

Formen struktureller Gewalt und politische Herrschaftsverhältnisse der Steuerung und Kontrolle des Bildungssystems sowie die “Zwangs-Inklusionen” der vermeintlich nicht Inkludierbaren in Sonderräume und damit ein “Inklusionismus” der ‘Integration der Inklusion in die Segregation’ werden offen gelegt, aber auch aufgezeigt, wie Bildungsgerechtigkeit und eine grundlegend anerkennungsbasierte Gleichberechtigung im Feld der Pädagogik realisiert werden kann. Siehe Download