Vita

Kurzbiografie

Prof. Dr. em. Georg FEUSER, Jg. 1941, Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschullehrer, Sonderschulrektor a.D., war von 1978 bis 2005 Professor für Behindertenpädagogik an der Universität Bremen und von 2005 bis 2010 Gastprofessor an der Universität Zürich (zuvor auch an den Universitäten Innsbruck, Klagenfurt und Wien). Er vertritt in Theoriebildung, Forschung, Lehre und Praxis die Bereiche (Behinderten-)Pädagogik, Didaktik und Therapie, schwerpunktmäßig bezogen auf die Integration/Inklusion bei geistiger Behinderung, schweren und tiefgreifenden  Entwicklungsstörungen, bei Menschen im Koma/Wachkoma und bezogen auf langzeithospitalisierte und schwer traumatisierte Menschen.

Prof. Dr. Feuser entwickelte im Rahmen der vorstehenden Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte eine umfassende Konzeption einer „Allgemeinen Pädagogik und entwicklungslogischen Didaktik“, die das Anliegen einer durch die UN-BRK menschenrechtsbasierte Inklusion in Feldern der Pädagogik in sich aufzuheben vermag; dies hinsichtlich aller Arten und Schweregrade an Beeinträchtigungen und selbstverständlich auch in interkulturellen Kontexten. Er hat diese über 10 Jahre auch in der Frühen Bildung des Kindergartens und in der Schularbeit erprobt und wissenschaftlich begleitet.

In seiner pädagogisch-therapeutischen Praxis befasst er sich seit mehr als  vier Jahrzehnten – mit dem Ziel weitest gehender Integration und Inklusion – mit Fragen der Krisenintervention, Therapie und der (Re-)Habilitation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (z.B. Autism-Spectrum-Disorder), mit Menschen mit schwersten selbstverletzenden, stereotypen, aggressiven und destruktiven Verhaltensweisen, mit schweren geistigen (z.B. Koma, Wachkoma) und psychischen Beeinträchtigungen (z.B. im Grenzbereich zur Psychose). Für diese Personen entwickelte er mit der „Substituierend Dialogisch-Kooperativen Handlungs-Therapie (SDKHT)“ eine subjektorientierte, auf die Rehistorisierung der Betroffenen orientierte Basistherapie, unter deren Einsatz auch als „austherapiert“, „therapieresistent“, „lern- und bildungsunfähig“, „selbst- und fremdgefährdend“ und als „gemeinschaftsunfähig“ etikettierte Personen wieder kommunikations- und handlungsfähig werden und selbstbestimmter und unabhängiger von Hilfe leben können.

Zahlreiche Veröffentlichungen, der Aufbau einer Fachzeitschrift und deren Schriftleitung über 18 Jahre, die Herausgabe von Schriftenreihen und eines Jahrbuches für Psychopathologie und Psychotherapie(zusammen mit Wolfgang Jantzen) sowie die Mitherausgeberschaft eines 10-bändigen Enzyklopädischen Handbuches der Behindertenpädagogik zur Thematik „Behinderung, Bildung, Partizipation“ (zusammen mit Iris Beck, Wolfgang Jantzen und Peter Wachtel) dokumentieren eine breite Forschungsarbeit in Theorie und Praxis.

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Wenn Sie sich über diese kurzen Hinweise hinaus für meine Biographie interessieren, verweise ich Sie auf zwei Publikationen:

Feuser, G. (2018): Interview mit Georg Feuser
In: Müller F.J. (Hrsg.): Blick zurück nach vorn – WegbereiterInnen der Inklusion. Band 2. Gießen: Psychosozial-Verlag, S. 57-145 [338]
Sie finden das Interview HIER

Feuser, G. (2017): Es ging immer um das Mögliche, das im Wirklichen nicht sichtbar ist! Teil I: »Alle Verhältnisse umwerfen …« Teil II: »Wider die teilnahmslose Vernunft«
In: Jahrbuch der Luria-Gesellschaft 2017, Berlin: Lehmanns Media, 72-109 [331]